UNSER kleines HERBARIUM


Hier findet ihr kurze Beschreibungen einiger Pflanzen. Viele davon verwenden wir auch in unseren Kräutertees. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit irgendeiner Art und soll nur als Anregung dienen.  Hier sind sehr skizzenhaft einige Erfahrungen und pharmakologische Hinweise zu finden, die wir keinesfalls im Sinne von Gebrauchsanleitungen oder Beipackzetteln verstanden wissen wollen. Wir bieten keine Arzneimittel an, sondern Getränke, die für Leben und Genuss bestimmt sind. Wenn ihr euch unsicher seid, ob euch die eine oder andere Pflanze gut tun würde, informiert euch umfassend und fragt den ausgebildeten Arzt oder Apotheker eures Vertrauens! 

 

Unsere Erfahrungen stammen aus Verkostungen und Teesessions im näheren und weiteren Freundeskreis. Sie beschreiben nicht, wie die Wirkung einer Pflanze ist, sondern eben wie wir sie erlebt haben. Macht also eure eigenen Erfahrungen und vergesst nicht, dass die komplexeste Komponente einer Wirkung immer ihr selbst seid! 

 

Euer Feedback ist uns willkommen! 



Ajowan

Ajowan (trachyspermum copticum), auch "Königskümmel" genannt, stammt wohl ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum. Seit dem Altertum Kulturpflanze, wird er heute vor allem in Indien und im Iran als Gewürz und Heilpflanze angebaut. Ajowan enthält wie der Thymian Thymol, jedoch in noch größeren Mengen. Es schmeckt würzig bis scharf thymianartig und sehr aromatisch mit einer leicht bitteren Note. 

 

Samen und Kraut haben ihren festen Platz in der indischen Küche. Sie finden unter anderem in Brot, Gebäck und in Currys Verwendung. Besonders wird der verdauungsfördernde Ajowan in schwer verdaulichen Hülsenfrüchtegerichten eingesetzt. Er verleiht aber beispielsweise auch Grillgerichten und (Lamm-) Fleisch eine angenehme Würze. Wie bei vielen Gewürzen sind die Inhaltsstoffe des Ajowans eher fett- als wasserlöslich, weshalb es sinnvoll ist, das Gewürz beim Kochen kurz in Öl oder Fett anzubraten. 

 

Ajowan wirkt stark fungizid und antibakteriell. Spülungen helfen gegen Infektionen. In der Heilkunde wird er außerdem (auch vorbeugend) gegen Infekte, gegen Magen-Darm-Probleme, Blähungen, Kopfschmerzen und Probleme mit den Atemwegen eingesetzt. Thymol ist immer noch einer der Hauptbestandteile vieler Bronchial- und Hustentropfen, wird aber heute vermehrt synthetisch hergestellt. Außerdem soll Ajowan schmerzlindernde Eigenschaften haben. 

 



Andorn

Der Andorn (Marrubium vulgarae) stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, gedeiht aber auch in unseren Breiten und ist heutzutage auch in den beiden Amerikas und sogar bis nach Australien zu finden. Nach Mitteleuropa kam er im Mittelalter durch seine Kultivierung in Klostergärten. Das Kraut des ausdauernden Lippenblütlers, der äußerlich starke Ähnlichkeiten mit der Melisse aufweist, schmeckt typisch medizinisch, bitter und leicht scharf. 

 

Volksmedizinisch wurde und wird der Andorn bei der Behandlung von Kopfschmerzen, Erkältungskrankheiten und als Bitter zur Beruhigung des Magens eingesetzt. Auch zur Entgiftung und Stärkung der Leber war er eine beliebte und bekannte Medizin. Paracelsus bezeichnete ihn als "Kraut der Lunge" und in der Apotheke findet man auch heute noch diverse Bronchialmittel auf Andornbasis. 

 

Eigene Erfahrungen bescheinigen dem Andorn eine verblüffend gute und zuverlässige Wirkung bei hartnäckigen Bronchial- und Lungeninfekten, die auf andere Behandlung und Schonung kaum ansprechen wollen. 

 

 

 


Ashwagandha

Ashwagandha (Schlafbeere, Withania somnifera) ist ein bis 150 cm hohes krautiges Nachtschattengewächs, das in ganz Afrika, dem Mittelmeerraum, Vorder- und Südasien sowie in China und auf Mauritius vorkommt. Der Sanskritname lässt sich mit „Geruch des Pferdes“ übersetzen und tatsächlich lassen sich in Geruch und Geschmack entsprechende (nicht unbedingt unangenehme) Anklänge feststellen.

 

Anscheinend wurde die Pflanze bereits im alten Mesopotamien als Heilmittel und Stimulans verwendet. Auch die Ägypter schätzten die Pflanze. So soll sie beispielsweise in Girlanden nachgewiesen worden sein, die die Mumie von Tutanchamun schmückten. Bei der im alten Indien als Aphrodisiakum geltenden Wunderwurzel "jangida" handelt es sich wohl auch um Withania somnifera. Im arabischen Raum war sie für ihre den Schlaf fördernde Wirkung bekannt. Der syrische Name "Sekran" bedeutet "Rauschmittel".

 

Die beschriebenen Heilwirkungen sind vielseitig. In Indien gilt die getrocknete Ashwagandha-Wurzel als verjüngendes Tonikum, als Stimulans und Aphrodisiakum, aber auch als Narkotikum. Das Anwendungsfeld als Allheilmittel und Adaptogen ist dem der Ginsengwurzel recht ähnlich, weshalb es auch als "Indischer Ginseng" bezeichnet wird: So wird es unter anderem gegen Entzündungen, Altersgebrechen und sexuelle Schwäche eingesetzt. Längere Einnahme soll die allgemeine Stressempfindlichkeit senken und das Immunsystem stärken. 

 

Vor allem aber ist Ashwagandha auch ein probates Mittel zur Nervenberuhigung. Die Pflanzenbestandteile (vor allem Blätter und Wurzelrinde) wirken entspannend und sorgen für einen ruhigen, heilsamen Schlaf.

 

Der Rauch des getrockneten Krauts ist mild und soll bei Asthma und Bronchialbeschwerden helfen. Einen gewissen Ruf hat sich Ashwagandha unter Hanfliebhabern als Verstärker der rekreativen Wirkung  erworben. 

 

Eigene Erfahrungen: Eine Tasse Ashwanganda-Tee macht nicht müde, sorgt aber am Abend für ein schnelleres Einschlummern und fördert ruhiges Durchschlafen. Das Kraut beruhigt den Geist und hilft zu entspannen. Entgegen den Vorstellungen, die der deutsche Name wecken könnte, wirkt es dabei nicht hypnotisch oder narkotisierend, sondern einfach angenehm beruhigend. Diese Wirkung stabilisiert sich bei regelmäßiger Einnahme über mehrere Tage, ohne dass Mattigkeit auftritt. Es wurde berichtet, dass die Einnahme selbst beim Runterkommen nach exzessiver Einnahme von Brandbeschleunigern förderlich wirken kann. 



Catuaba

Catuaba ist ein Baum, dessen Rinde vor allem in Brasilien als Stärkungsmittel, wirksames Aphrodisiakum und mildes Stimulans gepriesen wird. Der Name ist Guaraní und bedeutet in etwa „das, was Stärke gibt“. Die Droge wird aus der Rinde verschiedener, mit dem Coca-Strauch verwandter Erythroxylum-Arten sowie  Trichilia catigua gewonnen, die vor allem in den Regenwäldern des Amazonas vorkommen. Im Gegensatz zu Erythroxylum coca enthalten die meisten der Arten allerdings kein Kokain, dafür aber verschiedene andere Tropan-Alkaloide, wie Catuabin A-D. Der Rindensud schmeckt erdig, holzig und leicht bitter und riecht etwas myrrheartig.

 

Die Rinde ist das bekannteste brasilianische Aphrodisiakum und wird in der Volksheilkunde auch als allgemein kräftigendes Mittel sowie etwa gegen Impotenz, Vergesslichkeit, Schlafstörungen und Depressionen eingesetzt. Daneben hat es antivirale und antibakterielle Eigenschaften. Menschen mit zu hohem (auch substanzinduzierten) Blutdruck sollten vorsichtig dosieren. 

 

Aus eigener Erfahrung: Catuaba erzeugt ein starkes Gefühl von Wärme, erhöht leicht den Blutdruck,  fördert (hier scheint es besonders auf Männer zu wirken) das sexuelle Verlangen, bewirkt eine erotische Färbung der Träume und wirkt mild erregend auf den Tastsinn. Es wirkt kräftigend und treibend und scheint zu „erden“. Dieser Eindruck mag auch daher rühren, dass es die Durchblutung des Unterleibs fördert. Frauen, die ihre Periode haben, sollten Catuaba nur in Maßen genießen. Schwangere sollten es ganz meiden. 

 

Regelmäßig über eine längere Zeitspanne getrunken, macht sich besonders die erotische Traumfärbung stark bemerkbar. Auch eine Kräftigung der Libido und damit Förderung des „sexuellen Magnetismus“ verstärkt sich durch regelmäßige Einnahme. 



Damiana

Der kleine, gelbblütige Strauch Damiana (Turnera diffusa) ist eine Neuweltpflanze. Seine Verbreitung erstreckt sich vom südlichen Nordamerika über Mittelamerika bis nach Argentinien. Das Kraut schmeckt intensiv, ein wenig  thymianartig, ölig und etwas bitter.

 

Damiana gehörte zu den wichtigsten Heilkräutern der Maya und wird traditionell gegen Asthma, entzündliche Beschwerden der Atemwege, sowie diverse Beschwerden der Sexualorgane eingesetzt. Es wirkt krampflösend und harntreibend. Damiana ist wohl eines der wirksamsten Mittel gegen Regelschmerzen. Der Rauch ist mild und entspannend, weshalb das Kraut auch gern als Tabakersatz verwendet wird (Knaster). Im haitianischen Voodoo ist Damiana der Liebesgöttin Erzulie geweiht ist und hat Bedeutung als Bestandteil von Liebeszaubern. Die Bezeichnungen als „Liebesdroge“ und „Hemdauszieher“ gehen darauf zurück, dass Damiana eines der stärksten bekannten pflanzlichen Aphrodisiaka ist. In der Schwangerschaft sollte allerdings darauf verzichtet werden, da es geburtseinleitend wirken kann.

 

Im Eigenversuch war es interessant, zu bemerken, dass Damiana diese Wirkung vor allem auf Frauen auszuüben scheint. Es sind eine Sensibilisierung der peripheren Nerven, eine Förderung der Durchblutung des Unterleibs sowie eine angenehme Entspannung zu bemerken. Beim Rauchen stellt sich außerdem eine leichte Euphorie und Mattigkeit ein, was den Vergleich mit der Wirkung von Marijuana nahezulegen scheint. 



Gingkgo

Der Ginkgobaum (ginkgo biloba) kann über 1000 Jahre alt werden und bis zu etwa 60 Meter Wuchshöhe erreichen. Ursprünglich auf heute chinesischem Gebiet beheimatet, wird er mittlerweile weltweit angepflanzt. Frische Blätter erinnern im Geschmack etwas an Sauerampfer, allerdings mit einer deutlich bittereren Note.

 

Vor allem die Blätter, aber auch Früchte und Wurzeln sind ein wichtiges Heilmittel der Traditionellen Chinesischen Medizin. Heute sind die Inhaltsstoffe der Pflanze und deren Wirkmechanismen pharmakologisch zum Teil relativ gut erforscht. Sie fördern die Durchblutung, erhöhen Konzentration und Lernfähigkeit durch eine Förderung der Sauerstoffzufuhr im Gehirn und werden von der heutigen Schulmedizin etwa als Mittel gegen Demenz, Tinnitus und Durchblutungsstörungen eingesetzt. Außerdem wirkt Gingkgo neuroprotektiv. 

 

Gerade bei einer Empfindlichkeit des Magens sollte allerdings nicht zu viel Gingkgo eingenommen werden. Eine gesundheitsschädliche Wirkung der enthaltenen Gingkgolsäuren kann kritisch betrachtet werden

 

Unserer Erfahrung nach eignet sich Gingko gut bei geistigen Marathonaktionen. Die fördernde Wirkung auf die Konzentration macht sich vor allem dann bemerkbar, wenn man diese über lange Zeit hinweg stark beansprucht – es erhöht die Konzentrationsspanne und scheint dafür zu sorgen, dass man weniger schnell geistig abdriftet. Besonders gut funktioniert und schmeckt Ginkgo in Verbindung mit grünem Mate oder einem gutem Grüntee.

 

Außerdem kann Ginkgo aufgrund seiner Schutzwirkung als Anti-Hangover-Droge verwendet werden, sowohl am Tag danach als auch als Vorbeugung gegen Kater und Auslaugung. In Verbindung mit Substanzen, die die Gehirnzellen starkem oxidativem Stress aussetzen (MDMA etc.), kann Ginkgo ein hilfreicher Begleiter sein. 



Kolanuss

Kolanüsse sind eigentlich keine Nüsse, sondern die Samenkerne des Kolabaumes (Cola spec.), der im tropischen Regenwald Westafrikas seine Heimat hat. Dort gilt die Kolanuss als „Speise der Götter“. Besonders intensiv wird er in Nigeria kultiviert.

 

Cola nimmt dort eine zentrale Rolle als Stimulans und in regionalen Ritualen der Verbundenheit ein, wobei die harten, getrockneten Nüsse meist lange gekaut werden, ähnlich wie andernorts Betel oder Khat. Sie enthalten als Wirkstoffe vor allem Koffein und das stimmungsaufhellende Theobromin, das beispielsweise auch in Kakao enthalten ist und die Wirkung des Koffeins "verlängert". Volksmedizinisch wird Kola auch bei Migräne sowie gegen Fieber, Erbrechen und gegen Erschöpfung angewendet.

 

Kolanuss ist eine Koffeindroge und wirkt dementsprechend belebend. Mit ausschlaggebend für die zeitliche Entfaltung der Wirkung ist die Bindung des Koffeins an pflanzenspezifische Gerbstoffe. Deshalb wirkt Kaffee zunächst "stärker" als beispielsweise grüner Tee oder Guarana, wobei die Wirkung bei den letzten sanfter ausfällt, aber wesentlich länger bestehen bleibt.

 

Die Kolawirkung flutet ähnlich schnell an wie die des Kaffees. Dabei wirkt Kolanuss „erhitzend“ und leicht stimulierend auf die Sinnesorgane. Wer viel Kola zu sich nimmt, sollte auch viel Wasser trinken, sonst ist mit einem pappigen Mundgefühl und Kopfschmerzen zu rechnen. 



Maca

Die Maca-Pflanze (Lepidium meyenii) gehört zu den Kressen und ist mit der bei uns gern vor allem als Sprossen kultivierten Gartenkresse verwandt. Die kleine Pflanze, die in den Anden in Höhen bis zu 4500 Metern wächst, wird dort seit etwa 2000 Jahren kultiviert uns als wertvoller Nährstofflieferant sowie als Heilpflanze geschätzt. 

 

Die Knollen schmecken süßlich und können beispielsweise als Gemüse gekocht oder gebacken verpeist werden. In Peru und Bolivien gilt das Superfood aus den Anden nicht nur als nahrhaftes Kraftmittel, sondern auch als Medizin gegen Probleme mit dem Blutdruck, Schwäche, Geschlechtskrankheiten und als wirksames Aphrodisiakum für Frauen. 

 


Das Pulver aus der getrockneten Wurzel kann zum Beispiel zur Zubereitung von Gebäck mit in den Teig gegeben werden. Es schmeckt karamellartig süß und riecht buttrig-nussig. 



Muirapuama

Muirapuama („Potenzholz“) ist das Holz eines fünf bis 15 Meter hohen Baums (Ptychopetalum olacoides), der im Amazonasgebiet und in hochgelegenen Savannengebieten Lateinamerikas wächst.  Verwendet wird vor allem das Holz der leicht rosa schimmernden Rinde und der Wurzel. Dieses schmeckt harzig und recht bitter,  würzig und weihrauchartig und wirkt auf der Zunge kühlend-erfrischend, ein wenig mentholartig. 

 

Nach mehreren Quellen (z.B. Christian Rätsch) findet auch das Holz des Baumes Dulacia inopiflora als Muira Puama Verwendung. Dieses wird allerdings in Deutschland wenig angeboten.

 

Von indigenen Heilkundigen wird der Droge eine einschlägige aphrodisierende und belebende Wirkung zugeschrieben. Es wird als Mittel gegen Impotenz, zur Stärkung des gesamten Organismus und zur Behandlung nervöser Störungen verwendet. Spezifisch wirksame Inhaltsstoffe wurden allerdings noch nicht identifiziert und es gibt bis jetzt keine ausreichenden pharmakologischen Studien, die  diese Wirkung eindeutig belegen. 

 

Da das Holz sehr hart ist, kann man daraus nicht ohne weiteres einen Tee zubereiten. Man kann es aber unter Auskochen für die Zubereitung eines Suds verwenden. Besonders geeignet ist es zur Herstellung von alkoholischen Auszügen. 

 

Eigene Erfahrungen haben gezeigt, dass ein Sud aus dem Holz die geistige Klarheit zu fördern schein und allgemein kräftigt. Dabei macht es eher ruhig und fördert die Konzentration. Es ist gut geeignet für die Meditation. Besonders interessant ist die Kombination mit anderen Pflanzen. Sowohl mit Catuaba als auch mit Damiana zusammen ergibt sich beispielsweise eine Wirkungserhöhung, die mit Catuaba den kräftigenden Aspekt, mit Ephedra zusammen die sinnesbelebende Wirkung unterstreicht. Dabei gleicht es die treibende, "hitzige" Wirkung des Catuaba aus, die bei zu hoher Dosierung als anstrengend empfunden werden kann. Es sollte allerdings ebenfalls nicht überdosiert werden, da der hohe Gerbstoffgehalt empfindlichen Mägen im Übermaß nicht bekommen könnte. 



Passionsblume/Passionsfrucht

Die Gattung der Passionsblumen (Passiflora) ist ursprünglich in den tropischen Gebieten Asiens und der Amerikas beheimatet. Mittlerweile werden sie aber auch in gemäßigteren Breiten kultiviert, dort vor allem als Zierpflanzen. Ihr Name leitet sich von der auffälligen Form ihrer Blüten ab - europäische Einwanderer sahen in ihnen die Symbole Christi. 

 

Die Früchte vor allem der Art Passiflora edulis sind uns als Passionsfrüchte, Maracuja oder auch Grenadillas bekannt. Das Kraut sowie teils auch die Wurzeln verschiedener Arten (vor allem P. incarnata) wird traditionell als Beruhigungsmittel, Stressinhibitor, sanfter Stimmungsaufheller, als Mittel gegen Depressionen, gegen Krämpfe sowie als relaxendes Aphrodisiakum verwendet. 

 

Die stimmungsaufhellende, angstlösende Wirkung wird heute vor allem einer Wirkung der Bestandteile von Passionsblume auf das GABA-System zugeschrieben. Hier fungieren sie offenbar als Wiederaufnahmehemmer. Obwohl Passionsblume insgesamt gut verträglich ist, sollte man bei der Kombination mit anderen beruhigend/sedierend wirkenden Substanzen vorsichtig sein, vor allem wenn diese ebenfalls das GABA-System ansprechen. Besonders von einer Kombination mit GHB/GBL, aber auch mit Dissoziativa (Ketamin o.ä.) sei tunlichst abgeraten. 

 

Im Internet wird immer wieder auf die Wirkung von Passionsblumenkraut als MAO-Hemmer verwiesen. Der Anteil an Harmalalkoloiden ist jedoch in den meisten Arten (P. incarnata) sehr gering ausgeprägt und eine effektive Wirksamkeit in diese Richtung fraglich. Dennoch sollte vorsichtig dosiert werden, gerade wenn gleichzeitig z.B. Amphetamine konsumiert werden. 

 

Aus eigener Erfahrung lockert Passionsblumenkraut auf milde Weise Körper und Geist, ohne müde zu machen. Es kann sowohl zum Einläuten eines Tanzabends (etwa in Kombination mit einer Koffeindroge) als auch zum "Runterkommen" (dann z.B. kombiniert mit Ashwagandha, aber nicht mit Baldrian) verwendet werden. Besonders ein emotionaler Hangover löst sich Berichten zufolge schneller auf, wenn zusätzlich zu Ruhe, gehaltvollem Essen, liebevoller Zuwendung und Sonnenschein unterstützend Tee aus Passionsblumenkraut konsumiert wird. Auch der Saft der Früchte scheint hier zu helfen, auch wenn das vielleicht auch hauptsächlich am Geschmack liegt. Und wo wir schon beim Geschmack sind: Probiert unbedingt mal einen Passion Mojito (Zubereitung wie Mojito):

 

  • 1 Teelöffel Limettensaft
  • 2-3 reife Passionsfrüchte (Pulpa mit Kernen)
  • 2 Shots weißer Rum
  • einige Minzblätter
  • 2 Teelöffel brauner Zucker
  • Crushed Eis
  • je nach Geschmack: ein kleines Stück Bourbon-Vanille

 



Rosenwurz

Rhodiola rosea ist eine dickblättrige, überdauernde Pflanze mit gelber und roter Blüte, die selten größere Wuchshöhen als 25 cm erreicht. Sie gedeiht auf der gesamten Nordhalbkugel in arktischen Gebieten und Gebirgslagen und duftet stark nach Rosenblüten. Der Tee schmeckt außerdem ein wenig bitter und seifig und hinterlässt ein leicht pelziges Gefühl auf der Zunge.

 

In Nordeuropa- und Asien findet die Pflanze seit langer Zeit Verwendung als Schamanenkraut und wirksames Adaptogen und hat hier in der Pflanzenheilkunde eine ähnliche Bedeutung wie der Ginseng für die traditionelle chinesische Medizin. Mittlerweile ist die Wirksamkeit durch pharmakologische Studien gut belegt. Das Kraut stärkt das Immunsystem, wirkt gegen depressive Verstimmungen, lindert Stress und hilft gegen Burn-Out und ist das Mittel der Wahl bei Winterdepressionen. Bereits einmalige Gaben sollen Konzentration und Hirnleistung fördern und wirken positiv bei emotionalem Stress. 

 

Im Eigenversuch war tatsächlich bereits nach einmaliger Einnahme eines Konzentrats am Morgen eine angenehme Hebung der Stimmung zu bemerken, die auch bis zum Abend anhielt, ohne in Euphorie auszuarten.

Im Winter über längere Zeit hinweg eingenommen konnten selbst ausgeprägtere Neigungen zur Wintermüdigkeit  wirksam überwunden werden, was mit anderen Mitteln wie Johanniskraut und Vitamin D zumindest bei mir nicht so recht gelingen wollte. Die übliche Kränklichkeit ist ebenfalls ausgeblieben. Rhodiola kann durchaus eine leichte, aber bemerkbare Verbesserung von Konzentration und Gelassenheit bewirken. 



Taigawurzel

Die Borstige Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus) ist eine Pflanze, die hauptsächlich in Sibirien wächst. Sie wird wegen ihrer heilenden Wirkungen unter anderem auch "sibirischer Gingseng" genannt (irgendwie wird doch alles was hilft, "Ginseng" genannt, ebenso wie alles was landschaftlich schön ist, die Schweiz im Namen trägt). Man findet die Wurzel aber auch in Nordkorea und China. Das Wurzelholz ist sehr hart und muss über längere Zeit ausgekocht oder beispielsweise in alkoholischen Auszügen verarbeitet werden. Es schmeckt recht bitter und ansonsten unspektakulär. 

 

Sie gilt seit mindestens 2000 Jahren als Heilpflanze mit adaptogenen, mild stimulierenden und immunmodulierenden Eigenschaften und wirkt damit nicht nur allgemein stärkend auf den Körper, sondern kurbelt auch den Kreislauf an, regelt den Blutdruck und lindert Entzündungen. Sie hat antivirale Wirkungen und wird gegen Müdigkeit und Erschöpfung eingesetzt. Taigawurzel wird auch in der Chinesischen Medizin verwendet. Hier unter anderem auch gegen Knochenmarkdegeneration beispielsweise durch Krebs oder Strahlenschäden. 

In den
 1950ern zu wurde Taigawurzel von russischen Wissenschaftlern Landessportlern verabreicht, um eine mögliche Leistungssteigerung zu dokumentieren. Ihre positive Wirkung gegen Müdigkeit fand mittlerweile auch in anderen Studien Bestätigung.